Angedacht

„Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.“
Psalm 42,3

Psalm 42 und 43 stammen von den Korachitern (Söhne Korachs), die wohl Tempelsänger waren. Die beiden Psalmen haben einen gemeinsamen Kehrvers: „Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.“ Etliche Dichter und Liedtexter sind von diesen beiden Psalmen inspiriert worden, u. a. Felix Mendelssohn Bartholdy (Kantate Der 42. Psalm Wie ein Hirsch schreit), Friedrich Räder (Harre, meine Seele) und Dieter Trautwein (Wie ein Hirsch lechzt nach frischen Wasser).

Durst kennen wir vermutlich, gerade in der wärmeren Jahreszeit, die jetzt kommt. Durst kann man löschen. Wenn ich aber nicht ausreichend trinke, kommt der Durst schnell wieder. Das Innerste des Psalmdichters, seine Seele, dürstet nach Gott. Nicht nach irgendeinem Gott, sondern nach dem lebendigen Gott. Er befindet sich in einer Notsituation, weil er wegen seines Glaubens bedrängt und ausgelacht wird.

Und das löst Fragen nach Gottes Gegenwart bei ihm aus. Doch mit seinen Fragen wendet er sich an Gott. Und das ist gut so! Denn beim lebendigen Gott findet er Ruhe und Frieden. Auf Gott kann er sich verlassen, auch wenn es zwischenzeitlich nicht so scheint. Sein Durst wird gelöscht. Er findet Hilfe und Geborgenheit bei Gott.

Hast Du auch manchmal Durst nach Gott? Ignoriere es nicht, sondern wende Dich dem lebendigen Gott zu. Er löscht deinen Durst!

Marc Trautvetter