Angedacht

Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.
Johannes 10,27–28 (Lutherbibel 2017)

Wer in der Bibel liest, begegnet immer wieder Bildern und Vergleichen, die wichtige Glaubensinhalte auf einfache Weise verdeutlichen. Besonders Jesus hat in seinen Predigten Bilder verwendet, die den Zuhörern vertraut waren, sodass sie sich auch nach der Predigt in ihrem Alltag an seine Worte und Botschaften erinnert haben. Bei einigen Bildern, zum Beispiel dem von Jesus als Schafhirte, klappt das auch heute noch.

Wer schon einmal in der Lüneburger Heide war, weiß, dass diese eine ganz besondere Landschaft ist. Wenn die Heide blüht, genießt man nicht nur den wunderbaren Anblick, sondern auch den lieblichen Honigduft, das Summen der Bienen, das Zirpen der Grillen und vielleicht das Blöken der Schafherden mit ihren Heidschnucken. Dort einem Hirten mit seiner Herde zu begegnen, ist nicht nur ein malerisches Bild, sondern ein besonderes Erlebnis. Gern schaue ich dann dem Hirten und seinen Schafen zu. Fürsorglich hat er sie alle im Blick und sie reagieren auf ihn.

Die Szene erinnert mich immer an Jesus, der sich selbst mit einem guten Hirten vergleicht und alle, die an ihn glauben, als seine Schafe bezeichnet. Die Predigt Jesu vom guten Hirten kann man in Johannes 10,1–30 nachlesen. Jesus beschreibt hier sehr eindringlich und detailliert die Liebe des guten und echten Hirten. Zwei Aussagen berühren mich dabei besonders. In Vers 11 sagt er: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“ Und in dem zweiten Text, mit ihm beginnt diese Andacht, sagt er: „Ich kenne sie ... und ich gebe ihnen das ewige Leben ... und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.“ (Joh 10,27–28)

Starke Worte! Ein Schaf in seiner Herde zu sein, ist der schönste und wertvollste Teil meiner Identität. Und das Wissen, dass er mir seine Nähe zusagt, ist meine größte Sicherheit. David machte viele Erfahrungen mit diesem Hirten. Sein Fazit beschreibt er in Psalm 23: „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.“ (Ps 23,6)

Jesus ruft auch heute noch Menschen in seine Herde, weil er sie über alles liebt. Jeder ist eingeladen, ihm zu glauben und zu folgen.

Marli Weigt
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung